Ich habe lange nachgedacht, wie ich die sogenannte „Trotzphase“ meines Kindes erlebt habe. Zum Nachdenken gebracht hat mich der Aufruf von Glucke und so zur Blogparade zu diesem Thema.

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Zuerst möchte ich sagen, dass diese Autonomiephase – danke liebe Glucke für das viel bessere Wort – zwar im Alter von etwa zwei Jahren beginnt, aber meiner Meinung nach niemals wieder endet. Und das ist gut und wichtig so, um ein eigenständiger Mensch zu werden.

Ich habe regelrecht mit Schaudern auf diese Phase gewartet, wo man doch immer überall hört und liest wie schrecklich diese Wutanfälle sind, wenn sich die Kinder plötzlich überall schreiend auf den Boden werfen und um sich schlagen und alle Leute schauen nur kopfschüttelnd auf die Mutter herab.

Also habe ich eben darauf gewartet. Doch so schlimm wie ich es mir vorgestellt hatte, war es dann irgendwie nicht. Eher anders. Ich war einfach traurig, wenn mein Kind in Tränen aufgelöst vor mir stand und nicht weiterwusste. Ich wollte ihr helfen, wusste aber nicht wie. Ich versuchte mich in sie hinein zu versetzen, und so fanden wir bald heraus, wie wir beide am besten damit umgehen konnten. Und das möchte ich gerne mit euch teilen 🙂 Natürlich ist mir bewusst, jedes Kind ist anders, jede Situation ist anders und jeder Erwachsene ist anders. Es gibt kein „Rezept“ und es gibt auch bei uns Phasen, wo ich einfach mal nicht weiter weiß und mich am liebsten mal eine Woche beurlauben würde. Trotzdem ist vielleicht für den einen oder die andere etwas dabei, was er oder sie vielleicht mal ausprobieren möchte.

Meine Tipps:

  • Gefühl erklären und spiegeln – „Ich sehe, dass du gerade wütend/traurig/überfordert bist, und das ist in Ordnung.“
  • Wirkliches – nicht gespieltes! – Verständnis zeigen und benennen.
  • Selbst so ruhig wie möglich bleiben und nicht stressen lassen und auf die Blicke/Aussagen/Ratschläge anderer pfeifen.
  • Sich selbst dem Kind als Stütze anbieten, aber nicht aufzwingen.
  • Die Wut zulassen, und nicht durch ablenken, Belohnungen oder anderes abwiegeln.

Schwierig wird es, wenn man selbst einen schlechten Tag hat, unter Zeitdruck steht und gestresst ist. Dieses Gefühl überträgt sich sehr schnell auf das eigene Kind, und oft fiel mir auf, je gereizter ich bin, desto bockiger ist mein Kind.

Worauf ich noch achte ist, mein Kind nicht mit Entscheidungen zu überfordern. Damit kann man viel Druck rausnehmen. Wenn ich selbst schon manchmal beim Einkaufen dort stehe und mich frage, was wohl das richtige ist, ob ich sicher die bessere Wahl treffe, und beim Rausgehen denk ich mir noch immer, hoffentlich hab ich da jetzt keinen Blödsinn gekauft – wie soll dann ein Kleinkind in kurzer Zeit etwas entscheiden? Ich bin gut damit ausgekommen, Absprachen im Vorhinein mit dem Kind zu machen und/oder zwei Sachen zur Wahl zu stellen. Und dann hinter der Entscheidung des Kindes zu stehen, ohne das Kind zu manipulieren und vielmehr bestärken, dass das was sich das Kind ausgesucht hat, eine gute Wahl ist. Egal ob es sich jetzt um das morgens ausgesuchte T-Shirt, die Süßigkeit im Supermarkt oder das Spielzeug im Geschäft handelt.

Wenn es trotzdem zu einem Wutausbruch kommt, dann sollte man das als Eltern einfach auch mal aushalten, so schwierig das auch in Wahrheit ist. Denn wenn wir wütend sind, hilft es uns auch nicht, wenn jemand sagt „Ach sei doch nicht so wütend, was bringt das denn! Schrei hier nicht so rum, das hält man nicht aus!“ Im Gegenteil. Würde jemand so etwas zu mir sagen, es würde mich nur noch mehr in Rage bringen.

Aber sobald diese Wut verraucht ist, bin ich froh, wenn es jemanden gibt, der mir dann die Hand reicht. Der mir zeigt, dass er mich gern hat, auch wenn ich gerade wütend war. Der mich in den Arm nimmt, wenn ich das möchte. Und genauso geht es unseren Kindern. ❤

 

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