Irgendwie stimmt etwas mit meinen Genen nicht. Weil Frauen lieben es ja einzukaufen. Sagt man. Aber das Einkaufen-Ge(h)n gehört definitiv nicht zu meinen Hobbies.

Es gibt ganz wenige Tage, da shoppe ich gern. Da muss das Wetter passen. Ich muss in der richtigen Stimmung sein. Kind muss gut untergebracht sein. Und ich brauche eine Idee, was ich suche oder brauche. Auch wenn ich dann meist was ganz anderes kaufe als ursprünglich gedacht.

Aber was bei mir so ähnlich beliebt ist wie ein Arztbesuch ist das Einkaufen von Lebensmitteln. Boah, ich mag es nicht. Wenn möglich, häng ich diese lästige Notwendigkeit meinem Mann um und schicke ihn bei der Heimfahrt von der Arbeit um das notwendigste Gut.

Oder ich pack ihm das Kind ein und unter der Ausrede, zusammenräumen zu müssen, schick ich die beiden dann einkaufen. Herrlich. Wie Urlaub.

Manchmal aber komme ich nicht umhin, selbst einzukaufen, wenn es am Weg liegt und wir dringend etwas brauchen. Da wir zu 90% selbst und frisch kochen, brauchen wir halt oft Nachschub an Gemüse und Obst und sonstigem schnell verderblichem Zeug. Außerdem quieken die Meerschweinchen unausstehlich, wenn mal keine Gurke im Haus ist. Und wer will das schon.

Gut, also ich fahre einkaufen. Ich tu mir schon schwer bei der Auswahl, wohin ich denn fahre. Wo sind weniger Menschen? Wo ist mehr Platz auf dem Parkplatz und im Verkaufsraum? Wo gibt es die frischeren aber doch leistbaren Waren?

Wenn ich mich dann mal entschieden habe, wo es hingeht, bin ich schon grantig wenn ich auf den Parkplatz komme. Ich kann nicht verstehen, warum alleinstehende, kräftige, junge Männer auf den Familienparkplätzen parken. Auch wenn es mich an diesem Tag grade nicht betrifft, nervt mich sowas trotzdem. Oder warum welche glauben, für sie gelten die Normalsterblichen-Parkplätze nicht und sie verlieren ihre Autos irgendwo zwischen Eingang und der Einkaufswagenschlange.

So bin ich schon halbwegs in Fahrt, wenn ich mich dann mit der Fummelei des Kleingeldes in den Einkaufswagen ärgere. Und warum immer ich eines erwische, das extrem ungut auf eine Seite zieht oder bei dem der Griff klebt, dass ich mich am liebsten gleich in Sterilisationslösung baden würde, ist ein Mysterium.

Dann schieb ich in den Verkaufsraum rein. Suche meine Sachen grummelig zusammen und versuche, dabei niemanden anzuschreien oder ihm die Ferse abzufahren. Klappt meistens ganz gut. Zwischenzeitlich ärgere ich mich kurz, warum es von manchen Sachen billiger ist, die nicht gebrauchte Hälfte wegzuschmeißen, als gleich weniger zu kaufen. Lebensmittelverschwendung macht mich rasend.

Ich eile zur Kassa und stelle mich zielsicher in die Schlange, die garantiert am längsten braucht, weil einer vor mir irgendwas nicht abgewogen hat oder der Strichcode auf drei Artikeln fehlt. Ich lege die Sachen vorsichtig auf das Laufband, damit die Mandelmilch nicht die Tomaten zerquetscht, falls sie umfällt. Ich schlichte schon gedanklich alles in die mitgebrachte Kiste, das schwere Zeug unten, das andere oben, und so ordne ich es an der Kassa schon vor. Damit die Kassiererin dann alles nimmt, und ohne Rücksicht auf Verluste einfach auf die andere Seite der Kassa wirft, wo ich es dann mühsam wieder zusammen sammle. Ich habe noch zehn Artikel einzupacken, als sie mir schon die Gesamtsumme entgegenschreit.

Wie mache ich es jetzt richtig? Zuerst fertig einpacken und dann zahlen, oder zuerst zahlen, aber dann wirft sie mir die Sachen des nächsten Kunden garantiert auf meine drauf? Puh. Völlig durchgeschwitzt, weil man ja draußen eine Jacke braucht und es drinnen gefühlte 40 Grad hat, zahle ich mit Karte, weil ich wie immer kein Bargeld mit habe. Und wenn ich welches hätte, wäre es sicher eh zu wenig.

Dann schleppe ich alles zum Auto und ärgere mich beim Rausgehen wieder über die Parkkünste mancher Leute, die es schaffen, mit einem Twingo zwei Parkplätze zu belegen oder so neben mir zu stehen, dass ich von der Beifahrerseite ins Auto klettern muss. Sobald ich alles verstaut habe, fällt mir mit ziemlicher Sicherheit endlich ein, was ich eigentlich unbedingt kaufen wollte. Aber das ist mir jetzt auch egal, wird ja nicht so dringend sein. Notfalls kann ich ja meinen Mann morgen einkaufen schicken…

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4 Gedanken zu “Der Einkauf

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