Gut, dann hab ich mich halt da auch einmal angemeldet. Weil es alle tun. Naja, eigentlich sind ja jetzt alle schon bei Snapchat. Aber soweit bin ich noch nicht. Ich bin ja jetzt erst bei Twitter, so ganz frisch. Ich möchte mich da noch nicht auf etwas neues einstellen.

Ich probiere gerne vieles aus, so auch bei den sozialen Medien. Man kann erst mitreden, wenn man es sich selbst angesehen hat. Wisst ihr noch, damals, als man noch World wide web sagte? Es gab sms.at, dort machte ich meine ersten Chat-Erfahrungen. Dann war da mal was, das nannte sich myspace. Da war ich ganz am Anfang. Dort war aber sonst keiner. Dann gab es Skype, da waren dann die, mit denen man sich das vorher verabredet hat. War aber auch nicht immer so einfach, die Leute um Mitternacht zu einem Gespräch zu motivieren weil man jetzt grad Zeit hatte. Dann war lange nix glaub ich, und es kam Facebook daher.

Anfangs mit überschaubaren Freunden, die man auch im echten Leben des Öfteren traf. Bald kamen Freunde aus Foren dazu, Leute die wen kannten die wen kannten oder die dich von irgendwoher mal kannten und so. Bald warens dann mal über 50, irgendwann mal über 100 Freunde. Das Konzept von Facebook war wirklich gut, muss man neidlos anerkennen. Wie oft hab ich mich gefragt, warum hab ich das nicht erfunden. Vielleicht weil ich nie was mit Computern studiert habe und außer die Anwendung derselbigen nichts damit am Hut habe. Ich entstamme einer Zeit, da war die Aussage „Wir gehen in den Computerraum“ noch eine coole Sache. Die Freude bei mir und meinen Mitschülern war groß, auch wenn dort ganz einfach nur uralte graue Klötze standen, die, wenn man Glück hatte, ein Floppy Laufwerk hatten. Was das ist könnt ihr jetzt googeln, wenn ihr es schon vergessen oder noch nie gewusst habt. Dort gab es nicht mal Joysticks (zuhause schon wenn man ein braves Kind war) und auch keine Olympischen Sommerspiele zum Zocken. Man konnte sich nicht mal gut unterhalten, wenn eine ganze Schulklasse gleichzeitig minutenlang auf den Nadeldruckern etwas auf hässliches Endlospapier produzierte.

Aber ich bin abgeschweift. Zurück zu Facebook. Bilder und Textmeldungen einstellen, chatten, persönliche Nachrichten, ein Profil. Was braucht man mehr. Und das ganze kostenlos. Welch eine Erfolgsgeschichte. Dachte ich.

Denke ich noch immer. Aber in letzter Zeit wünsche ich mir manchmal, die Vernetzung ginge nicht so einfach. Bei der Verbreitung von Hetze, von grauenhaften Artikeln und Bildern und Meinungen zum Beispiel. Und alles ist sehr passiv. Man kann sich alles ansehen von jedem, ohne zu reagieren. Man konsumiert, ohne etwas dafür zu geben. Man liest, ohne zu antworten. Ich verwende Facebook deshalb (noch), weil ich wirklich Freunde in der Liste habe, die sich freuen etwas von mir zu sehen oder lesen. So erreiche ich alle gleichzeitig und auf einmal. Manchmal steh ich aber kurz davor, den ganzen Account zu löschen. Ich bin ihm überdrüssig, doch mir fehlt die Alternative, um mich mit anderen zu vernetzen. Deshalb auch großteils dieser Blog. Hier kann ich mich abgrenzen. Hier entscheide ich, wem ich meine Zeit schenke, indem ich seine Zeilen lese. Und freue mich, wenn mir jemand seine Zeit schenkt.

Und genau deshalb auch meine Anmeldung bei Twitter. Ich wollte wissen, wie das dort so läuft. Wie man wirklich Infos mit 140 Zeichen bekommt. Welche Infos mit welchem Gehalt das sind. Ohne Stress, ohne nach Followern zu lechzen.

Ich muss sagen, es gefällt mir ganz gut dort. Auch bei Twitter ist es nicht so passiv. Es gibt Retweets und Herzen (so wie Likes bei Facebook, kurz „Favs“ genannt) und ich suche mir aus, wem ich folge. Es geht dort informativ, nett und positiv zu. Zumindest dort, wo ich mich bis jetzt herumtreibe. Die Übersicht zu behalten finde ich eher schwierig, man sieht halt nur das was grade aktuell ist. Aber ich musste schon einige Male schmunzeln über diverse Tweets. Was ich von Postings bei Facebook leider schon lange vermisse.

Twitter wird mich also noch eine Weile behalten wie es aussieht. Mal sehen wie lange.

Verwendet ihr Twitter? Keine Sorge. Ihr müsst mir nicht folgen. Aber ihr dürft. 😉

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3 Gedanken zu “Meine erste Woche

  1. Ich hatte Twitter mal vor 2 oder 3 Jahren ausprobiert und nach einigen Tagen hab ich das Handtuch geschmissen. Hatte den Überblick verloren. Es mag heute vielleicht anders sein, weil mein Verständnis zu diesen Diensten auch anders geworden ist. Aber irgendwie bin ich Twitter ge(be)schädigt.
    Ich glaube mir ist es da zu hektisch …
    LG
    Ede

    Gefällt 1 Person

  2. Ich bin aus ähnlichen Gründen für gewisse Zwecke vor einigen Monaten auch auf Twitter umgestiegen. Kannst ja mal bei @FraeuleinFreud vorbeischauen 🙂 ich habe auf Twitter auch schon wild böse streitereien mitbekommen, aber zumindest der interaktionswert ist deutlich höher und niemand rümpft genervt die Nase wenn man spontanen Gedankenunsinn veröffentlicht. Ich warte dennoch auf eine Plattform, die irgendwie wieder alles in sich vereint. Allerdings fürchte ich, dass diese Zeiten einfach vorbei sind…

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