Ödipussi-Urlaub

Wenn 45jährige im Urlaub „Mamaaa“ rufen. Und andere Absurditäten.

Als leidenschaftliche Urlauber – die übrigens immer noch sehnsüchtig auf die Erfindung des Beamens warten, allein schon der Umwelt zuliebe – machten wir uns auch heuer wieder auf die Reise Richtung Süden.

Es war heuer eine sehr nasse Reise. Es schüttete von Wien bis Kärnten fast pausenlos. Österreichisches Sommerwetter halt.

Endlich angekommen bezogen wir ein tolles Chalet mit allem was das Herz begehrt. In meinem Fall ist das ein Geschirrspüler, welchen ich im letzten Urlaub zugegebenermaßen etwas vermisste. Wir kochen zwar nicht oft im Urlaub, aber Geschirr fällt trotzdem genug an über den Tag verteilt.

Gegenüber von uns urlaubte eine Familie mit zwei kleinen Kindern und einer zusätzlichen Frau. Nein, keine Nanny, sondern die Mutter des Familienvaters.

Seine Mutter, die Mama, kam täglich brav eine Stunde vor Ankunft der restlichen, chlordurchtränkten Familie, mit dem Einkauf. Und machte sich dann daran, auf dem landesüblichen Gasherd das Mittagsmahl zuzubereiten.

Nicht so landestypisch gab es dann zB Palatschinken und etwas, das wie gekochtes Fleisch roch. Meistens verschwand die restliche Familie bald wieder, um der Mutter, seiner Mama, Platz zu machen um den Besen zu schwingen.

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Wir waren nie am Pool. Wir sind mehr so Strand-Menschen, die sich ohne Liege einfach ein Plätzchen im Sand suchen und zufrieden auf’s Meer schauen. Wenn nicht gerade ein Strandhändler mit 59 Sonnenbrillen oder 30 gefälschten Taschen die Sicht versperrt. Aber ich mag die meisten dieser Händler. Sie freuen sich, wenn man fragt woher sie ursprünglich kommen oder einfach mal nur freundlich Hallo sagt.

Hassan aus Marokko ist jedes Jahr hier, so wie wir. Er kann etliche Sprachen und hat uns erzählt, er hat letztens einen Flug nach Hause um 45,- ergattert. Und vorige Woche hat ihn ein Urlauberpaar ausgenutzt. Er überließ ihnen an das Gute im Menschen glaubend zwei seiner tollen Liegetücher, obwohl das Paar meinte, sie können die Tücher erst morgen bezahlen. Aufgetaucht sind sie nicht mehr.

Heutzutage ist es übrigens üblich, sich täglich einem Beziehungstest mittels Aufbau eines UV Schutzzeltes zu unterziehen. In diesem werden dann Taschen und Babys gelagert. Nach dem halbstündigen Aufbau und der Ausrichtung nach dem Stand der Sonne den Wünschen der Frau schmiert man sich dann gegenseitig dick Chemie auf die Haut. Nach weiteren 30 Minuten quengelt eines der mitgebrachten Kinder und ein Elternteil, meist die Frau, befiehlt den Abbau der Mission und dann wird mit aller Kraft versucht, das Zelt wieder in seine Verpackung zu zwingen. Was nicht immer gelingt.

Früher war die Welt der Strand noch besser. Früher hat man sich mit einem Schirm begnügt und anderen nicht die Sicht auf’s Meer versperrt, für welche manche extra stundenlang angereist sind. Aber so wie plötzlich Brillenbändchen wieder modern sind, wird auch die Sternstunde der Strandzelte irgendwann wieder vorbei sein. Rechts im Bild ist übrigens Hassan.

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Bis auf einige der Urlauber sind aber alle sehr freundlich. Es wird viel mehr gelächelt. Hektik und Stress kommt selten auf. Man hat Zeit, mal nichts zu tun. Man schaut dem eigenen Kind zu, wenn es sich Muscheln aus dem Sand gräbt, während die Wellen langsam hereinrollen. Und wusstet ihr, dass Wein mit Blick auf’s Meer viel besser schmeckt? Solltet ihr unbedingt mal ausprobieren. 🙂

 

 

 

 

 

Wimpern, Salz und Zucker

Jahrelang habe ich mich gefragt, wie mache ich das bloß auf Reisen? Wie schaffe ich es, dieses wichtige Detail im Urlaub perfekt hinzukriegen? Und jetzt, endlich, gibt es ihn:

Den Reise-Wimpernformer. Wie konnte die Welt bis jetzt nur ohne existieren? Es ist mir ein Rätsel. Die Werbung sagt: „Für die ganz besonderen Augenblicke auf deiner Reise sorgt der Reise-Wimpernformer. Verleihe deinen Wimpern hiermit einen unvergesslichen Schwung und fixiere diesen anschließend mit etwas Wimperntusche.“

Ok, die Wimpern sind also versorgt. Was ihr noch zusätzlich zum Üblichen wie Gewand, Bad(e)utensilien, Spielzeug, Bücher usw. mitbraucht, falls ihr vor habt, euch im Urlaub auch mal selbst zu bekochen oder zu grillen, das findet ihr hier. Im Bungalow, den wir im Urlaub beziehen werden, sind Töpfe und Pfannen vorhanden. Was wir daher einpacken:

  • Salz, Zucker, Gewürze, Öl, Essig, Saucen, Ketchup, Senf
  • Geschirrtücher und Geschirrspülmittel, Spülschwämme
  • (Melamin-)Geschirr und Besteck, Trinkbecher
  • scharfes Gemüsemesser
  • Küchenrolle, Servietten
  • Aufbewahrungsdosen oder -Sackerl, Frischhaltefolie, Alufolie
  • Seife
  • Putzmittel
  • Müllbeutel
  • Kaffeemaschine + Kaffee
  • Klopapier

Warum Klopapier dabei steht? Weil man das immer brauchen kann. Seid ihr schon einmal nach einer mehrstündigen Fahrt angekommen oder auf einer Autobahntoilette gestrandet und dann war dort kein Klopapier? Eben.

Es gibt auch tolle Camping-Seiten wo man praktische und sehr ausführliche Auflistungen findet. So muss man nicht gleich nach der Ankunft zum nächsten Supermarkt eilen und alles herbei schleppen, sondern kauft nur die frischen Zutaten.

Was habt ihr auf euren Selbstversorger-Listen?

Schönen Urlaub allerseits!

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Bildquelle: pixabay.de

 

 

Das Outing

Ok. Ich hab jetzt anstandshalber ein paar Tage gewartet, ob es jemand anders tut. Aber nein, nichts. Kein einziger. Niemand.

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Also muss ich es wirklich tun? Muss ich mich hier outen? Das ist wieder mal typisch. So wie bei der leeren Klopapierrolle. Jeder macht’s, und dann war’s wieder keiner.

Die Einschaltquoten sagen nämlich etwas anderes. Ich bin nicht die einzige, die neugierig war. Ich war aber nur kurz live dabei, den Rest habe ich aufgenommen und gestern Abend geschaut. Weil ich ertrage keine Werbung. Ich muss die Möglichkeit zur Flucht haben, bei mir in Form der Vorspul-Taste.

Also ja, ich hab mir die Katzenhochzeit angesehen. Also die Katzenberger-Hochzeit. Also die Katzenberger-Cordalis-Hochzeit. Ich hatte davor noch nie eine Folge von den Vorbereitungen gesehen. Für mich waren also auch alle – und es waren viele! – Rückblenden neu. Manchmal war ich mir nicht sicher, ob ich jetzt vorspulen muss, weil das unter Werbung fällt.

Ich war kurz davor eine Strichliste zu führen, wie oft das Wort „Highlight“ vorkam. Laut den Moderatoren (es wurden zwei benötigt, eine für die Braut und einer für den Bräutigam) jagte nämlich angeblich eines das nächste. Selbst das Brautpaar war überrascht was da was gejagt hat.

Aber es war erfrischend menschlich. Die Braut, die ihren Brautstrauß nicht mit hatte trotz Weddingplanner, riesen Fernsehteam, eigener Moderatorin und beistehender Schwester. Der Bräutigamvater, der sein Sträußchen auf dem Weg in die Kapelle in hohem Bogen verlor. Paul Potts, der toll sang, auch wenn man nicht wusste, wen er gerade ansah. Der Bräutigamvater, der bei dem umgetexteten Song trotzdem den Originaltext mit Anita und Mexiko sang statt mit Daniela und Dubai.

Ob die Gäste nach dem Highlight nach dem Highlight nach dem Highlight dann wirklich auch noch was zu essen bekommen haben, oder dann gleich in einen schön geschmückten Schlafsaal gegangen sind, man weiß es nicht. Ob klein Sophia mal froh sein wird, wenn sie sich selbst im Internet beim Spucken sieht, weiß man auch nicht.

Daniela und Lucas haben sich entschieden, ihr Leben mit der Öffentlichkeit zu teilen. Damit wir alle daran teilhaben können. Und jetzt tut nicht alle so, als hättet ihr es euch nicht auch angeschaut.

Ich jedenfalls wünsche den beiden, dass sie glücklich bleiben, denn eines muss man den beiden zugute halten: Sie haben das ganze nicht gestellt. Dafür war es eben einfach zu menschlich.

 

Bildquelle: pixabay.de

 

 

Unnützes Wissen?

Wenn man Männer zur Schau stellen will, fragt man sie zum Beispiel:

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Ist das

A) ein Füllerrock

B) ein Bleistiftrock

C) ein Kulirock

So geschehen eines Freitags in einer TV-Show, wo Frauen ihre Männer für Spiele einsetzen und dabei um Geld wetten. Die Frau, die den höheren Einsatz spielt, deren Mann darf gegen den zweithöchsten Einsatz antreten.

Ich weiß nicht so recht, was wohl fieser war – die Frau, die ihren Mann mit hohem Einsatz auf ein Mini-Motocross gesetzt hat, obwohl er nach eigener Aussage noch nie Motorrad gefahren ist? Oder doch die Frau, die ihren Mann zu eben diesem Quiz über Frauenzeugs gestellt hat?

Für die weiblichen Zuschauer war es jedenfalls erheiternd, wie die Männer vor dieser Frage saßen wie die Kandidaten bei Günther Jauch, wenn es um 500.000€ geht. Wir Frauen hätten die Frage wohl unter die Kategorie 100€ getan.

Aber sollen Männer sowas wissen? Wissen wir Frauen auch so wenig über typische Begriffe der Männerwelt? Was ist Frauen- und was Männerwissen?

Oder greifen Frauen einfach nur gerne auf einen viel größeren Wortschatz zurück, in der auch eine gewisse geschlechtliche Geheimsprache versteckt ist, um ihrem erhöhten Redebedarf gerecht zu werden?

Ich sehe jedenfalls davon ab, meinen Mann jetzt in meinem Kleiderschrank und meiner Schminkbox zu schulen über Concealer, Clutch und Co. Und ich glaube, er ist sehr froh darüber.

 

Bildquelle: femlife.de (Kollektion Emilio Pucci)