Ok. Ich hab jetzt anstandshalber ein paar Tage gewartet, ob es jemand anders tut. Aber nein, nichts. Kein einziger. Niemand.

Brautschuh

Also muss ich es wirklich tun? Muss ich mich hier outen? Das ist wieder mal typisch. So wie bei der leeren Klopapierrolle. Jeder macht’s, und dann war’s wieder keiner.

Die Einschaltquoten sagen nämlich etwas anderes. Ich bin nicht die einzige, die neugierig war. Ich war aber nur kurz live dabei, den Rest habe ich aufgenommen und gestern Abend geschaut. Weil ich ertrage keine Werbung. Ich muss die Möglichkeit zur Flucht haben, bei mir in Form der Vorspul-Taste.

Also ja, ich hab mir die Katzenhochzeit angesehen. Also die Katzenberger-Hochzeit. Also die Katzenberger-Cordalis-Hochzeit. Ich hatte davor noch nie eine Folge von den Vorbereitungen gesehen. Für mich waren also auch alle – und es waren viele! – Rückblenden neu. Manchmal war ich mir nicht sicher, ob ich jetzt vorspulen muss, weil das unter Werbung fällt.

Ich war kurz davor eine Strichliste zu führen, wie oft das Wort „Highlight“ vorkam. Laut den Moderatoren (es wurden zwei benötigt, eine für die Braut und einer für den Bräutigam) jagte nämlich angeblich eines das nächste. Selbst das Brautpaar war überrascht was da was gejagt hat.

Aber es war erfrischend menschlich. Die Braut, die ihren Brautstrauß nicht mit hatte trotz Weddingplanner, riesen Fernsehteam, eigener Moderatorin und beistehender Schwester. Der Bräutigamvater, der sein Sträußchen auf dem Weg in die Kapelle in hohem Bogen verlor. Paul Potts, der toll sang, auch wenn man nicht wusste, wen er gerade ansah. Der Bräutigamvater, der bei dem umgetexteten Song trotzdem den Originaltext mit Anita und Mexiko sang statt mit Daniela und Dubai.

Ob die Gäste nach dem Highlight nach dem Highlight nach dem Highlight dann wirklich auch noch was zu essen bekommen haben, oder dann gleich in einen schön geschmückten Schlafsaal gegangen sind, man weiß es nicht. Ob klein Sophia mal froh sein wird, wenn sie sich selbst im Internet beim Spucken sieht, weiß man auch nicht.

Daniela und Lucas haben sich entschieden, ihr Leben mit der Öffentlichkeit zu teilen. Damit wir alle daran teilhaben können. Und jetzt tut nicht alle so, als hättet ihr es euch nicht auch angeschaut.

Ich jedenfalls wünsche den beiden, dass sie glücklich bleiben, denn eines muss man den beiden zugute halten: Sie haben das ganze nicht gestellt. Dafür war es eben einfach zu menschlich.

 

Bildquelle: pixabay.de

 

 

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9 Gedanken zu “Das Outing

  1. Ich bin so froh, sooo froh, dass Du zugeschaut hast und auch noch darüber blogst. Ich konnte es nämlich nicht gucken, weil ich ohne Deutsches TV bin grade und überhaupt, sowieso ohne Fernseher. Jedenfalls war ich traurig im Internet gelesen zu haben dass es fürchterlich gewesen sein soll. Ich war schon traurig. Ich mag die Katze nämlich. Naja, den Cotza senior nicht, seinen Sohn kenne ich nicht, aber er muss nett sein, wenn er die Katze heirazet und sie ihn. Und das ist doch fast wie eine royale Hochzeit! Das muss man gucken. In Ermangelung Deutscher Königshäuser, also ich bitte Euch!
    Ich finde es auch toll, wenn geheiratet wird. Ob mit oder ohne Brimborium.
    Seufz.

    Gefällt 1 Person

    1. Freut mich, dass ich dir meine Augen leihen durfte 🙂 Nein, fürchterlich war es überhaupt nicht. Vor allem die Rede der Väter war sehr nett. Die Blumen waren traumhaft. Der Pfarrer war irgendwie schräg. Und das Programm nach der Trauung hätte besser ohne TV geklappt denke ich. Aber es gibt ja sicher noch eine Sendung mit „Was danach geschah“ 😉

      Gefällt 1 Person

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